• Dez
  • 01
  • 2010

Auszüge aus der Geschichte der Zensur

Posted by okami In Zeitgeistiges | 1 Comment »

Der chinesische Kaiser Qin Shihuangdi griff im Zuge der Reichseinigung zu rigorosen Maßnahmen. So wurde die Vielfalt widerstreitender philosophischer Schulen abgeschafft und verboten. Lediglich die staatstragende Philosophie wurde gebilligt. 213 v. Chr. wurden die Bücher aller anderen Schulen verbrannt.

641 sollen einer als unhistorisch eingeschätzten Legende aus dem 13. Jahrhundert zufolge die Bücher des Museion in Alexandria vom muslimische Eroberer Emir Amr ibn al-As auf Befehl des Kalifen aus Konstantinopel verbrannt, sechs Monate lang die 4000 Bäder von Alexandria damit geheizt worden sein.

1499/1500 verfügte der Erzbischof von Toledo, Francisco Jiménez de Cisneros, im Rahmen der Zwangsbekehrung der muslimischen Granadinos, dass deren Bücher, nicht zuletzt die ausgeforschten Koran-Exemplare, verbrannt werden.

Am 10. März 1521 erließ Karl V. das Mandat zur Verbrennung der Schriften Martin Luthers.

1634 fand in Madrid eine “Buchhinrichtung” statt

Am 2. Juli 1773 verbrannten die Mitglieder des Göttinger Hainbundes (anlässlich des Geburtstages ihres literarischen Idols Friedrich Gottlieb Klopstock) Portrait und Schriften des von ihnen verachteten Aufklärers Christoph Martin Wieland.

Die strengen Zensurgesetze Napoleons greifen 1803 auch in den assoziierten Staaten Baden, Bayern und Rheinland. In Württemberg wurde 1806 die Zensur insbesondere für den Druck historischer, geographischer oder politischer Werke eingeführt. Ab 1809 wurde in jedem Ort mit Buchdruckereien oder Buchhandlungen ein Zensor eingesetzt.

Am 18. Oktober 1817 wurden am Rande des Wartburgfestes auf der Wartburg bei Eisenach mehrere Dutzend als reaktionär, antinational oder undeutsch eingestufte Bücher verbrannt.

Als Reaktion auf die Freiheitsbewegungen in den Nachbarländern wurden die deutschen Zensurbestimmungen 1830 verschärft. Während der Deutschen Revolution 1848/49 wurde die uneingeschränkte Pressefreiheit gefordert. Ab August 1849 wurde die Pressefreiheit schrittweise eingeschränkt. Sie wurde 1874 Bestandteil des Reichspressegesetzes. Von 1878 bis 1890 hebelte das Sozialistengesetz die Pressefreiheit wieder aus. Der Deutsche Reichstag beschloss 1900 die Lex Heinze.

Während des Ersten Weltkriegs gab das Kriegspresseamt 1915 das Zensurbuch heraus.

Am 10. Mai 1933 fanden im nationalsozialistischen Deutschland im Zuge einer „Aktion wider den undeutschen Geist“ der Deutschen Studentenschaft Bücherverbrennungen statt, wobei in 22 Universitätsstädten, beginnend mit dem Opernplatz in Berlin, öffentlich zehntausende Bücher von jüdischen, marxistischen und pazifistischen Schriftstellern konfisziert und verbrannt wurden.

1953 erzwang der amerikanische Senator Joseph McCarthy im Zuge seiner „Kommunistenhatz“ in den USA die Beschlagnahme und teilweise Verbrennung inkriminierter Literatur aus den Bibliotheken der United States Information Agency.

Am 3. Oktober 1965 verbrannte eine Gruppe Jugendlicher des Düsseldorfer EC (Entschiedene Christen) Groschenromane, Sex-Magazine und Bravo-Hefte, aber auch Bücher namhafter Autoren, wie Grass, Kästner oder Nabokow unter feierlichem Rezitieren von Bibelstellen, um Schriften zu vernichten, „die negative Wirkung auf sie gehabt hätten”.

1975 kamen in Kambodscha die Roten Khmer an die Macht, deren Führer Pol Pot auf kommunistischer Basis eine reine Agrargesellschaft schaffen wollte, in der jeglicher Intellekt verboten war.

Der 1988 erschienene Roman Die satanischen Verse von Salman Rushdie wurde von Muslimen als gotteslästerlich verbrannt.

Im Januar 2001 ließ das Ägyptische Kulturministerium auf Druck islamischer Fundamentalisten 6000 Exemplare homoerotischer Poesie von Abu Nuwas verbrennen.

Am 30. März 2005 ordnete der türkische Landrat Mustafa Altinpinar in der südtürkischen Provinz Isparta an, alle Bücher des späteren Nobelpreisträgers Orhan Pamuk aus den öffentlichen Büchereien zu entfernen und zu verbrennen.

Am 1 Januar 2011 tritt der Jugendmedienschutzstaatsvertrag in Deutschland in kraft.

Quellen: wikipedia.org

  • Jul
  • 18
  • 2010

Das Periodensystem des irrationalen Unsinns

Posted by okami In Nerdiges, Zeitgeistiges | No Comments »
Das Periodensystem des irrationalen Unsinns

„The Periodic Table of Irrational Nonsense“ von Crispian Jago… endlich mal der komplette Unsinn in einer Tabelle versammelt und in einer Unterrichtseinheit namens „Bullshit“ abgehandelt.

  • Jul
  • 18
  • 2010

ePost oder wie zocke ich Unwissende ab

Posted by okami In Computer, Zeitgeistiges | 2 Comments »

Die neue Geschäftsidee der deutschen Post ist es, sich für einen Dienst bezahlen zu lassen, den es sowieso schon kostenlos gibt und darüber hinaus noch Sicherheit suggeriert, während alle mitlesen. Nicht, dass die Post schon 2000 mit einer lebenslangen eMailadresse geworben hat, die 2005 eingestellt wurde, nun wirbt Sie mit Dingen die ich eher meinem Fleischerfachverkäufer abnehme, als der deutschen Post.  Stiftung Warentest hat sich das ganze mal angesehen und mal abgesehen von deren Einschätzung ein paar Auszüge aus deren AGBs versus den Marketingaussagen der Post:

Rechtsunsicherheit.
Aus $6.2 AGB:
Es liegt im Verantwortungsbereich des Nutzers zu prüfen, inwiefern die angebotenen Dienste geeignet sind, etwaige angestrebte Rechtswirkungen im Verhältnis zwischen ihm und anderen Nutzern bzw. Kommunikationspartnern herbeizuführen, insbesondere auch inwiefern es zulässig ist, die angebotenen Dienste in diesem Verhältnis zu nutzen. Die DPAG leistet diesbezüglich keine Rechtsberatung.

Kein Ersatz für “echten” Brief.
Aus $6.2 AGB:
Es wird aber darauf hingewiesen, dass insbesondere gesetzliche oder vertraglich vereinbarte Schriftformerfordernisse durch die Nutzung der Dienste nicht erfüllt werden. Soweit der Gesetzgeber einen Ersatz der Schriftform durch elektronische Form zulässt, ist eine zusätzliche qualifizierte digitale Signatur erforderlich. Ebenso wenig können förmliche Zustellungen im Gerichts- oder Verwaltungsverfahren vorgenommen werden.

Der Nutzer ist für alles verantwortlich, die Post für nix:
Aus $6.4 AGB:
Der Nutzer trägt die Verantwortung für seine Aktivitäten, insbesondere für die von ihm oder von ihm zurechenbaren Dritten hochgeladenen, im System gespeicherten, zum Abruf bereit gehaltenen und / oder übermittelten bzw. verbreiteten Nachrichten, Daten und Inhalte sowie die Auswahl der über die Dienste versandten Dokumente. Der Nutzer ist verpflichtet, geeignete Maßnahmen zum Schutz der von ihm zur Nutzung des E-POSTBRIEF Portals eingesetzten Hard- und Software (Kundensystem) zu ergreifen, um die Sicherheit und Integrität der Kommunikation über das E-POSTBRIEF Portal zu gewährleisten. Aus $8.4 AGB:
Die DPAG haftet keinesfalls für Schäden infolge von Leistungsausfällen und Leistungsverzögerungen aufgrund unvorhersehbarer von der DPAG, ihren gesetzlichen Vertreter oder ihren Erfüllungsgehilfen nicht zu vertretender Ereignisse (höhere Gewalt). Als Ereignisse höherer Gewalt gelten insbesondere Krieg, Unruhen, Naturgewalten, Feuer, Sabotageangriffe durch Dritte (wie z. B. durch Computerviren), Stromausfälle, behördliche Anordnungen, rechtmäßige unternehmensinterne Arbeitskampfmaßnahmen und der Ausfall oder eine Leistungsbeschränkung von Kommunikationsnetzen und Gateways anderer Betreiber.

Der Inhaber hat täglich ins Postfach zu sehen (ansonsten Zustellungsfiktion).
Aus $6.3 AGB:
Der Nutzer erkennt sein Nutzerkonto als seinen Machtbereich an, zu dem er Zugang hat und das für die Kommunikation mit anderen Nutzern oder Kommunikationspartnern bestimmt ist. Der Nutzer wird daher aufgefordert, mindestens einmal werktäglich den Eingang in seinem Nutzerkonto zu kontrollieren. Von einer regelmäßigen Kenntnisnahme eines E-POSTBRIEFS mit elektronischer Zustellung durch den Privatkunden ist daher spätestens am Werktag nach Eingang im Nutzerkonto auszugehen. Beim Geschäftskunden ist von einer regelmäßigen Kenntnisnahme bei Eingang innerhalb der üblichen Geschäftszeiten am gleichen Werktag auszugehen, ansonsten mit Beginn der Geschäftszeiten am darauf folgenden Werktag.

Umgekehrt ist die Zustellung für 55 cent aber nicht garantiert:
Das Leistungsverzeichnis nennt zusätzlich auch teurere “Einschreiben Einwurf” und “Einschreiben mit Empfangsbestätigung”.

Die Post traut ihrem eigenen ePostfach nicht:
Aus $5.6 AGB:
Einwendungen gegen die Höhe der in Rechnung gestellten Vergütung können nur schriftlich erhoben werden.
Ach ja, und wo liegen unsere Daten denn nun wirklich?
Aus $7.5 AGB:
Es bleibt der DPAG vorbehalten, sämtliche nach diesem Vertrag zu erbringenden Leistungen ganz oder teilweise durch Dritte durchführen zu lassen.

Und so weiter und so fort.

Hier die AGB zum Selbernachlesen:
https://www.epost.de/adressreservierung/footer/rechtliches/a…

Und das Leistungsverzeichnis:
https://www.epost.de/privatkunden/footer/service/preise_und_…

Mal sehen wieviel Dämliche für so etwas Geld ausgeben … aber das Obergenialste ist, dass die Post mit Vertraulichkeit wirbt, wie kann aber eine eMail vertraulich sein, wenn die Verschlüsselung nicht Ende zu Ende geregelt ist und Mitarbeiter im Falle des Falles eine eMail ausdrucken und dann weiterversenden? Da schickt man doch gerne seine Krankenakte, Finanzunterlagen und persönlichen Dinge umher … weil die Post ja garantiert, dass es vertraulich ist, wie damals bei der lebenslänglichen Emailadresse …

  • Jun
  • 22
  • 2010

14 Thesen zu den Grundlagen einer gemeinsamen Netzpolitik der Zukunft

Posted by okami In Zeitgeistiges | No Comments »

Das unsere Politiker vor allem Angst haben was sie nicht kennen und wahlmanipulieren können ist hinlänglich gewiss. Wie man aber seine Unkenntnis vom oft beschworen Innovationsmotor, Markt der Zukunft, der Informationsfreiheit  und wie die Phrasen alle lauteten so schonungslos hinauspoltern lassen kann, zeigt die Angst und die Hilflosigkeit der jetzigen Regierung. Da hat unser Innenminister 14 Thesen formuliert die nach dem Abzug aller Widersprüche, Ungereimtheiten, Phrasendrescherei und allem schönen Schnirkel drumherum – auf mehr Regulierung, mehr Eingriffe, mehr Haftung, weniger Anonymität und weniger Freiheit hinauslaufen.  Wieder mal ein schönes Beispiel dafür, dass wir es hier nicht mit unseren Volksvertretern, sondern mit möchtegern Gefängniswärtern zu tun haben, um mal fefe aufzugreifen.

Die Grundsatzrede mit anschliessenden Kaffekränzchen seiner “Lobbyisten”, oder auch Disskusion genannt – es tut mir leid, aber ein Herr Schaar und eine Frau Kurz geben hier handzahm Pfötchen, anstatt mal die Katze aus dem Sack zu lassen und sind deshalb für mich auch nicht mehr wirklich in ihrer Funktion ernstnehmbar – machen das Ganze auch nicht besser.

Der Providerverband eco hat auch schon auf die Thesen reagiert und erkannt was auf ihn zukommen wird, denn der Innenminister brilliert auch mit einer Sachkenntnis und -verstand die seines gleichen sucht:

Für Provider sollte es eine Gefährdungshaftung geben, wenn sie keine ausreichenden Sicherheitsvorkehrungen treffen. Eine solche Verkehrssicherungspflicht gegen Viren und Schadsoftware sowie Datendiebstahl ist keine Kontrolle von Inhalten, die ich für falsch hielte.

Wie bitte lieber Herr Innenminister soll das Eine ohne das Andere gehen? Ich meine Kontrolle ohne hinzusehen, wie soll das funktionieren und was ist es denn, wenn ein Provider meinen Datenstrom entpackt und das angehängte Archiv entfernt? Terrorabwendung?  Sicherheitsvorkehrung ohne Kontrolle? – Genau!  Wahrscheinlich hat die electronical Warfare geprüfte Truppe des BMI etwas im Handbuch ihrer /38 gefunden …

Genauso lustig stelle ich mir vor, wenn der Herr Minister Cisco in Haftung nehmen will, weil eine Sicherheitslücke im IOS den erneuten Einmarsch einer wie auch immer gearteten Kraft in den Datenbestand der Bundesregierung erlaubt hat, aber es klingt erstmal nicht schlecht … fürs Volk …

Hersteller von Hard- und Software sowie Diensteanbieter müssen ebenso Verantwortung übernehmen. Dies kann durch eine erweiterte Haftung und spezielle Beweislastregeln geschehen.

  • Jun
  • 10
  • 2010

Diätenanpassung

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Während alle Bundesländer losgelöst der “politischen Färbung” mal wieder fleissig ihre Diäten nach oben geschraubt haben, gibt es allerdings auch welche die andere Wege gehen. Die Diäten in Baden-Würtemberg sind gesunken, weil sie nämlich an die Lohnentwicklung gekoppelt sind. Wenn es den Bürgern schlechter geht, kriegen auch die Politiker weniger. Wieso ist das eigentlich nicht überall so? Da müßte man nur noch was einbauen, dass auch die Neuverschuldung umgeschlagen und als Malus abgezogen wird von den Diäten, dann wäre das ein richtig gutes Modell! Sonst könnte jemand auf die Idee kommen, sich Wirtschaftswachstum auf Pump zu basteln, um mehr Diäten zu kriegen. Und das sieht man ja an der Entwicklung des Bundes, was das für eine schlechte Idee ist. (via fefe) Pressemitteilung

  • Jun
  • 07
  • 2010

Collateral Murder Video Leaker wurde festgenommen

Posted by okami In Zeitgeistiges | No Comments »
Collateral Murder Video Leaker wurde festgenommen

Wahrscheinlich haben wir es SPC Bradley Manning(22) zu verdanken, dass die Öffentlichkeit mitbekommt, was bei einem militärischen Einsatz der Amerikaner so läuft. Dass dies kein Einzelfall ist und dass die Verantwortlichen nicht zur Rechenschaft gezogen werden, ist uns allen schmerzhaft nur zu bewusst geworden. Die Amerikaner spielen Weltpolizei und das in autistischer John Wayne Manier. Den Amerikaner an dieser Stelle Einhalt zu gebieten sollte auch unser ureigenstes Anliegen sein, denn wir sind auf dem besten Wege, uns genau in die selbe Richtung zu entwickeln.

Das wird Bradley Manning, insofern er wirklich für die Weiterleitung des Videos an Wikileaks verantwortlich ist, nicht weiterhelfen, ihm werden sie den Prozess machen, dass ihm hören und sehen vergeht. Nach seiner Verhaftung am gestrigen Tage, hat er sich auch noch für den Leak des Garani air strike Videos und für die Übermittlung von 260.000 als classified gekennzeichneten diplomatischen Telegramme, die er selber als “almost criminal political back dealings” bezeichnet, verantwortlich gezeigt.  via wired.com

Update: “Erwischt” hat man ihn, weil er einem Ex Hacker Adrian Lamo gegenüber das große Mundwerk gehabt hat, für die Leaks verantwortlich zu sein. Was ihm, wenn das der Realität entspricht zu einem riesen großen Deppen macht. Sogenannte Ex-hacker in USA sind mal classified mit ich hab meinen Arsch ans FBI verkauft. So wirklich sicher ob das alles stimmt, ist man sich auch nicht, die Verschwörungstheoretiker vermuten eine PR – Kampagne des US – Militärs gegen Wikileaks dahinter.

Update: Wie sich herausstellt ist Poulson auch derjenige, der kürzlich in Wired diese Propaganda Story gebracht hatte, dass Wikileaks ihre Informationen illegitim aus Tor – Sniffing erlangt hätten, was sowohl Tor als auch Wikileaks dementieren.

Update: Wikileaks dementieren mittlerweile, dass Sie 260.000 dipl. Botschaftsnachrichten bekommen haben, genauso wie Sie über ihre Quellen keine Aussagen treffen können, weil Sie keine Informationen über die sammeln. Sieht somit summa summarum entweder nach einem Fake der US Amerikaner und nach einem ziemlich doofen Mannigan aus oder nach einem PR Gag. Letzterer wurde ja schon in einem Papier, welches bei Wikileaks  geleaked wurde, angekündigt, mit aller Macht die Glaubwürdigkeit und Integrität des Portals zu untergraben. Darüber hinaus erklärt die Washington Post, sie sei 2 Jahre lang im Besitz des Videos gewesen, nur habe es dies nicht veröffentlicht. Da sieht man mal was man von gleichgeschalteten Medien hat, bei uns wäre das genauso passiert, nur hier bezahlen wir dafür, dass sie uns informieren!

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